Cocuy
Juni
Unsere erste Nacht verbringen wir vor einem Militärstützpunkt. Nach einem gemeinsamen Frühstück bietet der Kommandant an, uns mit seinem Schnellboot in den Nationalpark Utria mitzunehmen.
Uns flattern die Ohren als der junge schwarze Steuermann das Boot aufs offene Meer zusteuert. In wenigen Minuten lassen wir Nuqui weit hinter uns. So schnell ist das Boot, dass wir einen Buckelwal mit Jungtier überfliegen!
Auch das Schnellboot legt, sehr zur Verärgerung des Steuermanns der die Ebbe fürchtet, zwischendurch an. Der Kommandant verteilt Bonbons, wir sind fasziniert von den Menschen, die so ganz anders leben als wir in Bogotá.

Jayder, der jüngste Sohn unserer Gastfamilie, freut sich sehr über unsere Gesellschaft und gewinnt gegen Jaime haushoch im Murmelspiel. Er bringt uns bei wie wir die noch grünen Kokosnüsse öffnen und deren leckeren Saft trinken können, wir lassen ihn in unserem Zelt spielen. Er schlüpft mit sandigen Füßen hinein, macht dem Reißverschluss zu, hüpft ein bisschen herum, Reißverschluss auf, zu, auf zu...

Fast alle Familien in "El Valle" leben vom Fischfang und dem was rund das Dorf wächst. Reis, Kochbananen und Kokosnüsse.
An der Pazifikküste leben, anders als im übrigen Kolumbien, sehr viele Schwarze (90%). Sie sind die Nachfahren von Sklaven und leben in "EL Valle" in Holzfahlbauten Tür an Tür mit Familien der indianischen Urbevölkerung. Die Lebenserwartung ist in der Pazifikregion geringer, die Geburtenrate deutlich höher als im Rest des Landes.
Erstaunt stellten wir fest, dass die indianischen Kinder nie mit den schwarzen Kinder spielen. Sie sind, wie dieses Mädchen, stets ernste, wachsame Beobachter des Geschehens. Wir erfuhren nicht in welcher Beziehung die beiden Bevölkerungsgruppen zueinander stehen oder ob sie wirklich so wenig Kontakt zueinander haben wie es den Anschein machte.

Aufgebrochen waren wir mit unterschiedlichen Bildern, welche wir mit diesem, von Touristen wenig bereisten Gebiet verbanden, den Informationen meines dt. Reiseführers und einer guten Portion Optimismus. Jaime hat seine Kindheit auf verschiedenen Höfen, die zum Teil in von der FARC, zum Teil in vom Paramilitär gesetzten Gebieten lagen, verbracht. Wir wussten, dass es im ganz in der Nähe gelegenen Chocó immer noch sehr gefährlich ist. Während der zwei Tage in Buenaventura, in denen wir vergeblich auf ein Schiff warteten und der sinnflutartige Regen nicht aufzuhören schien, waren wir nahe daran umzukehren. Zum Glück kam dann doch noch dieser Frachter. Und hatten wir erst geglaubt die Menschen würden sich uns in der Absicht nähern, uns hinter der nächsten Hausecke ein Messer an den Hals zu halten, begriffen wir nach und nach dass sie dies aus Interesse und Hilfsbereitschaft taten.
Die Schönheit der Natur, fernab der Zivilisation und die Offenheit und Lebensfreude der Menschen, welchen wir auf unsere Reise begegneten beeindruckten mich tief.
Boulderwettkampf in Ibague
September
Oktober
November
eure Judith
Ein alter Mann mit weißem Haar,
verbringt Advent auch dieses Jahr
voll Hoffnung auf die Weihnachtszeit
und seine Kinder, die sooo weit.
In seiner stillen, alten Klause
hofft er auf Trubel dann im Hause.Er hofft auf Enkel, Tochter, Sohn,
die nun seit vielen Jahren schon
nur selten auf Besuch erscheinen,
um die Familie zu vereinen.
Er hofft auf frohes Kinderlachen,
will selber ihnen Freude machen,
er hofft auf eine Weihnachtstanne,
auf Lichterglanz und Teepunschkanne.
Da kommt ein Brief: "Wir kommen nicht!
Die weite Fahrt -- aus unsrer Sicht --
die lohnt sich nicht.Doch wünschen wir Dir alles Gute.
Das Hänschen kriegt diesmal die Rute,
weil es so oft die Ruhe stört
und nicht auf unsre Worte hört."
Am Heiligabend, so um zwei,
sagt Hans bei Tisch ganz nebenbei:
"Was mag denn wohl der Opa machen?
Der hat doch sicher nichts zum Lachen!
Der wird heut' Abend einsam sein....
Seid Ihr im Alter auch allein?"
Der Vater sieht die Mutter an.
Die nickt ihm zu, steht auf ....und dann...
sagt Vater zu dem kleinen Hans:
"Den Stollen und die Weihnachtsgans
gibt's diesmal, wo der Opa wohnt....
ich meine, daß die Fahrt doch lohnt."Der alte Mann mit weißem Haar
hört's draußen klopfen: "Ist das wahr?!
Kann ich mich heute doch noch freu'n
und brauche nicht allein zu sein?"Der Weihnachtsbaum ist schnell geschmückt
und drunter, aus der Krippe, blickt
am Abend froh das Christuskind:
Es sieht, daß alle glücklich sind







































