Der anstehende Umzug aus der Wohnung und das gleichzeitige Packen für Peru.
Eine logistische Meisterleistung.
Angekommen in Lima werde ich, durch meine Kamera schnell als Touristin entlarvt, zum Opfer eines frechen Jongleurs.
Nach drei Tagen in Perus wolkenverhangener Hauptstadt sehnen wir uns nach Bergen und Sonne. Mit dem Nachtbus erreichen wir das 220 km nördlich liegende Huaraz und sind beeindruckt von dem herrlichen Panorama, welches sich uns morgens beim Verlassen der Ankunftshalle bietet.
Zur Akklimatisierung wählen wir den technisch einfachen Pisco, benannt nach dem peruanischen Nationalgetränk.
Mich beeindruckt die reiche Vegetation.
Auch aus großer Höhe säumen noch unzählige Blumen unseren Weg.
Einige kenne ich aus dem Cocuy, andere, wie dieses hübschen Exemplar,
sehe ich zum ersten Mal.
Blick von der Schneegrenze, ca. 5100 m, auf den nachts zurückgelegten Aufstieg.
Jan, ein ehemaliger Schüler und Alex, sein Vater der als Archäologe häufig in der Gegend arbeitet, haben uns auf eine Rundfahrt eingeladen.
Basislager des Ishinca. Nach einer Pausenwoche sind wir wieder aufgebrochen. Unsere neuen Freund, fünf junge Chilenen, im "Copa America" Fieber. Mit ihnen besteigen wir den 5530 m hohen Ishinca und machen uns dann, von gleichen Basecamp aus, auf zum anspruchsvolleren Tocllaraju.
Wegen des langen Aufstiegs schlagen wir hier unser erstes Hochlager auf. Abends beginnt es zu schneien, immer wieder müssen wir unser Zelt, dass sich unter der Last zu neigen beginnt, vom Schnee befreien.
Der windumfegte Gipfel.
Der lange Aufstieg und schneidender Wind zehren an unseren Kräften. Anders als die meisten Expeditionen haben wir weder Guia, noch Koch und Träger angestellt. Nach einer eisigen Kletterpartie im Sonnenaufgang kehren wir auf 5700 m um.
Jaime beim Abstieg ins Basislager. Drei der Chilenen erreichen, trotz widriger Bedingungen, den Gipfel und steigen noch am selben Tag ab.
Gleich nach den Hörnchen meine neuen Lieblingstiere: Viscachas.
Aus meiner Zeit in der Wilhelma waren sie mir schon bekannt. Verglichen mit den behäbigen, stuttgarter Faulpelzen sind die, wenn auch ebenso beleibten, Einheimischen wahre Energiebündel!
Geburtstagsstimmung.
Huaraz und einen Tag später ich selbst, werden wieder ein Jahr älter.
Huaraz und Umgebung:
Der Anteil der indigenen Menschen ist hier deutlich größer als in anderen südamerikanischen Ländern. Verglichen mit den Peruanern wirkt die kolumbianische Bevölkerung "europäischer". Jaime, für den es die erste Auslandsreise ist stellt vergnügt fest, dass er, schon in Bogotá mit seinen 1,83 m als groß geltend, hier ein richtiger Hüne ist.
Die meisten Menschen leben vom Ertrag dessen, was ihr von Hand oder mit Ochsen bestelltes Land hergibt.
Was sie nicht selber verwenden verkaufen sie auf der Straße um von dem Erlös Lebensmittel und andere Dinge zuzukaufen.
Überall wimmelt es von Kindern. Sie springen, anders als in Bogotá, immer "frei" herum.
Wer kann, verdient sich als Träger für die Touristen einige Dollar dazu.
Jahrmarkt in Huaraz.
"Wenn du es schaffst alle Dosen mit einem Ballwurf umzustoßen, gewinnst du 5 Sol."
"Nein, spiel bei mir, er hat einen Trick!," warnt sein Freund.
Chopicalqui 6345 m
"Den noch!"
Nach einem Ruhetag im Moränenlager steigen wir zum Hochlager auf.
Die Höhensonne hat ihre Spuren hinterlassen.
Hochlager auf dem Gletscher. Das erste Mal sind wir ganz allein im Berg.
Um 2:30 am brechen wir auf. Ich freue mich unheimlich als die Dämmerung einsetzt und einen ersten Blick ins Tal ermöglicht.
Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, gleich kommen sie herauf gekrochen!
Kurz vor dem "Pilz" auf 6000m.
Beim Abstieg sind wir froh, dass uns der Blick in einige bedrohlich tief wirkende Spalten zuvor bei Dunkelheit erspart geblieben war.
Wie der Bär Petzi und seine Freunde schlagen wir uns nach überstandenem Abenteuer den Bauch im Moränenlager mit einem Berg Pfannkuchen voll.
August 2011
Zurück in Bogotá wohnen wir zunächst bei meinem besten Freund Victor.
Ende August ziehen wir in die Einliegerwohnung des befreundeten Archäologen.
Heimspiel
Nach diesen Bergriesen freue ich mich auf unsere Hausberge im Cocuy.
Fahrt im Sonnenuntergang Richtung Nationalpark
Victor fährt mit einer Gruppe Italiener, die aber zu meiner Freude alle deutsch sprechen, nach Cocuy. Ich begleite ihn zum dolmetschen. Abends spielen wir stundenlang Kniffel, tags halte ich sie mit rätseln bei Laune.
Schade, dass ihr alle auf der anderen Seite des Atlantiks verweilt. Wir hätten euch gerne hier gehabt zu unserer Peru-Präsentation diesen Donnerstag:
Ab nächstem Monat bin ich wieder in Deutschland.
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